Paul Knoblach (erste Reihe rechts außen) marschierte beim Protest gegen die geplante Salatfabrik in Wiesentheid in vorderster Reihe mit. Auf dem Schlossplatz forderte der Abgeordnete aus Garstadt (Landkreis Schweinfurt) vor rund 400 Zuhörern dazu auf, das "verwegene Projekt" keinesfalls zu genehmigen. Foto Hannes Helferich

„Hände weg vom Industriesalat“

Paul Knoblach will holländisches Großprojekt in Wiesentheid verhindern helfen

Die geplante Salatfabrik holländischer Investoren in Wiesentheid (Landkreis Kitzingen) hat der Abgeordnete der Landtagsgrünen, Paul Knoblach, auf einer Demonstration gegen das Großprojekt am Donnerstagabend scharf verurteilt. Der Biolandwirt aus Garstadt (Landkreis Schweinfurt) sprach vor rund 400 Zuhörern auf dem Schlossplatz in Wiesentheid wegen des immensen Wasserverbrauchs, wegen des nicht zu rechtfertigenden Flächenfraßes und wegen des zu erwartenden Lkw-Verkehrs von einem „verwegenen Projekt“, das rundum abzulehnen sei.

Er forderte, wie die Vertreter des lokalen Aktionsbündnisses mit dem Namen „Stop die Salatfabrik“, den Besitzer der heute 18 Hektar landwirtschaftlich genutzten Fläche in der Untersambacher Flur und die holländischen Großinvestoren zum Verzicht „dieses völlig unverständlichen Vorhabens in einer solch sensiblen Landschaft auf“. Besonders gefordert seien aber die politisch Verantwortlichen vor Ort, die es nicht zulassen dürften, dass gerade in dieser niederschlagsarmen Region ein Projekt genehmigt wird, „das vom Wasser lebt“.

Bei den anstehenden Entscheidungen müssten vielmehr die Zukunftsperspektiven der heimischen Gemüsebauern im Vordergrund stehen und berücksichtigt werden, die doch ausreichend und nachhaltig hochwertige Lebensmittel für den Lebensmitteleinzelhandel produzierten. Eine Salatfabrik dieser Dimension lösche aber die Existenz vieler „Familienbetriebe mit einem Federstrich aus und das darf nicht sein“, sagte Knoblach.“ Er erinnerte hier an Artikel 14 des Grundgesetzes, wonach „Eigentum verpflichtet“.

Nach Bekanntwerden der Pläne im Jahr 2017 hatte sich in Wiesentheid sofort Widerstand gegen das Großvorhaben gebildet. Im wenigen Tagen sprachen sich 1100 Bürger mit ihren Unterschriften gegen Projekt aus. Kürzlich formierte sich das Aktionsbündnis „Stop die Salatfabrik“, dem neben lokalen Bürgergruppen auch die Parteien Bündnis 90/Die Grünen, SPD, FDP, Freien Wähler und der Bund Naturschutz angehören. Als größtes Problem sieht auch das Aktionsbündnis den Wasserverbrauch in der Salatfabrik an, der bei mutmaßlich 221 Kubikmeter pro Tag liegen soll. Das entspricht laut Bündnis rund 30 Prozent des aktuellen Wasserverbrauchs in der Gemeinde Wiesentheid.

Der Demonstration am Schlossplatz war ein Protestzug durch den Ort vorangestellt. „Hände weg vom Industriesalat“, „Wir wollen faire Politik, keine Salatfabrik“ oder „sich regen bringt Segen“ stand auf den mitgeführten Schildern und Plakaten. Letztere Forderung griff Knoblach in seiner Rede auf, als er die Wiesentheider dazu aufforderte, „im Widerstand nicht nachzulassen“. Er selbst werde das Vorhaben mit nach München nehmen. „Zur Gemütlichkeit bin ich nicht in den Landtag gewählt worden“, rief er unter Beifall.

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