Das Schwarze Moor in der Rhön.

Das Schwarze Moor in der Rhön.

„Die Bäume im Moor müssen raus“

MdL Knoblach (GRÜNE) sagt Landrat Habermann seine volle Unterstützung zu

„Intakte Moore sind große CO2-Speicher und der beste Klimaschutz, die im Schwarzen Moor gewachsenen Bäume müssen deshalb raus“, erklärt der Grüne Landtagsabgeordnete Paul Knoblach laut einer Pressemitteilung seines Schweinfurter Büros. Dem Rhön-Grabfelder Landrat Thomas Habermann sagt er in dieser „dringenden Angelegenheit“ deshalb seine volle Unterstützung zu. Die gleichlautende Forderung Habermanns sei „voll berechtigt“. Auch Knoblach will sich an Staatsministerin Michaela Kaniber wenden, deren Forstbehörden die unabdingbaren Baumfällungen blockieren.

Die Ursache für die deutlich sichtbare Entwicklung des Schwarzen Moors im Norden des Biosphärenreservats Rhön zu einem Wald nennt Knoblach menschengemacht und sei durch die fehlenden Niederschläge vor allem in den Hitzejahren 2018, 2019 und 2020 noch gefördert worden. Auch der Grüne MdL hält wie Habermann die Ausweisung des Schwarzen Moores als Naturwaldreservat für einen Fehler, „der korrigiert werden muss“. Das Moor sei FFH-Gebiet, entsprechend gelte hier nach europäischem Recht ein Verschlechterungsverbot. „Ein Moor ist ein Moor und kein Wald, wenn die Ministerin das anders sieht, dann müssen wir ihr das deutlich machen, durchsetzen muss sich das Umweltministerium“, sagt Knoblach. Das von Thorsten Glauber (Freie Wähler) geführte Ministerium und die Bayerische Umweltverwaltung teilen die Meinung von Habermann und Knoblach.

Für Knoblach steht fest: Das EU-Recht steht über dem Waldgesetz. Wenn Bäume zum Wohl der Natur gefällt würden, mag das auf den ersten Blick zu Irritationen führen, in diesem Fall gebe es aber nur eine Lösung: Die Bäume müssen raus aus einem der bedeutendsten Moore Mitteleuropas. „Das ist auch normalerweise kein großes Problem, es gibt etliche Moore, bei denen aufgrund der Renaturierung der Baumbestand zurückgenommen wurde“. Als Beispiele nennt Knoblach das Ringsee Filz bei Nantesbuch nahe Bad Tölz in Oberbayern und das Werdensteiner Moos bei Immenstadt im Allgäu. „Dort ist gut zu sehen, dass es geht“, sagt Knoblach. Die Diskussion um das Schwarze Moor sollte angesichts der aktuellen Flutkatastrophe im Westen und Süden Deutschlands schnell enden, „weil verlandende und kaputte Moore klimaschädliches Gas in die Atmosphäre schicken und damit den Klimawandel nur anheizen“, sagt Knoblach.

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld

Mit der Nutzung dieses Formulars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten durch diese Website einverstanden. Weiteres entnehmen Sie bitte der Datenschutzerklärung.

Verwandte Artikel