Die Arbeitsgemeinschaft fahrfreundlicher Kommunen (AGFK) hat die Stadt Schweinfurt als fahrradfreundliche Kommune ausgezeichnet.

AGFK-Hauptbereisung: Grüne sprechen von Gnadenakt

Titelvergabe darf kein Ruhekissen sein

Als einen „schwer verständlichen Gnadenakt“ haben der Landtagsabgeordnete Paul Knoblach (Garstadt) und der Schweinfurter OB-Kandidat der Grünen Holger Laschka auf die Entscheidung der Arbeitsgemeinschaft fahrfreundlicher Kommunen (AGFK) reagiert, Schweinfurt als fahrfreundliche Stadt auszuzeichnen. Das vor allem deshalb, weil eine AGFK-Kommission als Ergebnis der so genannten Hauptbereisung am Mittwoch der Stadt in Sachen Fahrradfreundlichkeit lediglich ein Bemühen bei einem noch „deutlichen Handlungsbedarf“ attestierte. „Die Stadt hatte fünf Jahre Zeit, ihr Radwegenetz auf Vordermann zu bringen. Das hat sie versäumt. Sie darf diese Auszeichnung jetzt nicht als Ruhekissen verstehen, sondern muss endlich die auch von der AGFK angemahnten Maßnahmen umsetzen. Der Weg zu einem fahrradfreundlichen Schweinfurt ist noch lang und holprig“, erklärt Laschka.

Der OB-Kandidat und MdL Knoblach kritisieren in einer Pressemittelung die nach der unnötigen Sperrung der Spitalstraße 2014 seitdem fehlende Ost-West-Radverbindung und die vor allem von OB Sebastian Remelé torpedierten Lückenschlüsse in der Niederwerrner und der Dittelbrunner Straße. Die fehlende Durchgängigkeit im Radwegenetz hat auch die AGFK-Kommission mit klaren Worten bemängelt. Sie verlangte in vielen weiteren Punkten mehr pro Rad zu denken: Bei Baustellen müssten nicht nur dem Autofahrer, sondern auch dem Radfahrer sinnvolle Umleitungen angezeigt werden. Am Hautbahnhof sei das derzeit nicht der Fall. An Ampeln solle auch der Radler flüssiger vorankommen, beispielsweise durch Verzicht auf Bedarfsschaltung. Im Winter müsse sich auch jeder Radfahrer auf geräumte Radwege verlassen können.

„In Zeiten des erkennbaren Klimawandels muss eine Verkehrswende her, das Rad gehört dazu“, erklärt MdL Knoblach. Bei der letzten Zählung 2010 betrug der Anteil der Radfahrer am Gesamtverkehr in Schweinfurt gerade mal 13 Prozent. „Viel zu wenig, Schweinfurt ist eine Stadt der kurzen Wege und je besser das Radnetz, desto mehr Menschen steigen aufs Rad oder E-Bike um“, sagt Laschka. Das sei aber mit den Haushaltssätzen der letzten Jahre von durchschnittlich 200 000 Euro aber nicht möglich. „Wir brauchen deutlich mehr Geld, um unseren Verkehrsraum neu zu ordnen und Fußgängern und Radfahrern angemessene und sichere Wege zu schaffen“, erklärt der Grüne OB-Kandidat unter Hinweis auf die rote Laterne für Schweinfurt nach dem letzten Fahrradklimatest. Er hofft wie der Biolandwirt Knoblach, dass die Stadt jetzt endlich ihre Hausaufgaben macht, was aber nur dann sicher ist, wenn sich die Mehrheitsverhältnisse nächstes Jahr im Stadtrat ändern.

[Hinweis: Am 12.09.2019 11:25 Uhr wurde eine nicht freigegebene Pressemitteilung an dieser Stelle veröffentlicht. Diese Pressemitteilung wurde am 12.09.2019 15:55 Uhr korrigiert.]

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