Hitze-Check der Umwelthilfe

Knoblach: Unbedingter Baumschutz ist nötig

Schweinfurt schneidet bei Hitze-Check der Umwelthilfe schlecht ab

Schweinfurt – Schatten in Parks und auf Plätzen machen die Hitze im Sommer erträglicher. Viel Asphalt und Beton bewirken das Gegenteil. Beim Hitze-Check 2026 der Deutschen Umwelthilfe (DUH) schneidet die Stadt Schweinfurt aber in Sachen Versiegelung und Beschattung schlecht ab. Mit ein Grund dafür ist der fehlende Baumschutz.

In Schweinfurt sind laut der aktuellen DUH-Studie von 2018 bis 2025 annähernd 1200 Bäume gefällt worden und damit nicht mehr vorhanden. „2018 wurde die Baumschutzverordnung beerdigt, das rächt sich jetzt“, erklärt Paul Knoblach in einer Pressemitteilung. Der Schweinfurter Landtagsabgeordnete Paul Knoblach von Bündnis 90/Die Grünen fordert „diesen großen Fehler zeitnah zu korrigieren“.

Der Biolandwirt ist zuversichtlich, dass der neue Schweinfurter Oberbürgermeister Ralf Hofmann (SPD) seine im Wahlkampf angekündigte Rückkehr zum Baumschutz bald auf die Tagesordnung setzt. Auch die Vertreter weiterer im Stadtrat vertretenen Parteien, darunter die Grünen, haben erkannt, dass eine Baumschutzverordnung nötig ist, so Knoblach.

Für den Check der Umwelthilfe wurden neben Sommertemperaturen und Bevölkerungsdichte auch die Zahl schattenspendender Bäume und Grünflächen sowie die Versiegelung mit Luftbildern in den Blick genommen. Neu gepflanzte Bäume gingen weitgehend nicht in die Schätzung ein.

Kein Trost dürfte für Schweinfurt sein, dass keine der 17 untersuchten bayerischen Kommunen mit mehr als 50.000 Einwohnern eine positive „grüne“ Gesamtbewertung erhielt. Sieben Städte – Neu-Ulm, Fürth, Nürnberg, Rosenheim, Aschaffenburg, Bamberg und eben Schweinfurt – weisen laut der Analyse in mindestens zwei der drei Hauptkategorien – Baumschatten, Versiegelungstrend und Hitzebetroffenheit – unzureichende Werte auf mit der Folge einer roten Gesamtwertung.

„Da Hitzewellen infolge des Klimawandels zunehmen, wird die Anpassung von Städten wichtiger denn je, eine konsequentere Entsiegelung, mehr Grünflächen und unbedingter Baumschutz sind mit Blick auf die gesundheitlichen Risiken vor allem für ältere oder vorerkrankte Menschen unabdingbar“, so Knoblach.

Er findet es in diesem Zusammenhang auch die von der DUH zum Verwaltungsgerichtshof in München eingereichte Klimaklage gegen den Freistaat folgerichtig. „Bayern kommt seinen gesetzlichen Verpflichtungen zum Klimaschutz nicht ausreichend nach“, sagt Knoblach. Laut Klimaschutzgesetz müsse das Klimaschutzprogramm regelmäßig fortgeschrieben werden, „das ist aber trotz der fortschreitenden Klimakrise seit 2024 nicht mehr erfolgt“. In Schweinfurt wurde die Baumschutzverordnung nach heftigen Kontroversen und einem am Quorum gescheiterten Bürgerentscheid 2018 beerdigt, maßgeblich initiiert vom damaligen CSU-Stadtrat und heutigen Baureferent Rüdiger Köhler. Ein ersatzweise aufgelegter Fördertopf für fachgerechte Pflegemaßnahmen privater Bäume blieb weitgehend unbeachtet. Knoblach: „Eine modifizierte Baumschutzverordnung muss her, die nächste Hitzewelle kommt bestimmt“.

Die Ergebnisse des Hitze-Checks finden Sie hier: Hitze-Check 2026 | Deutsche Umwelthilfe

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