Die Würzburger Metzgerei Hermann Schömig zählt auch 2023 zu den zehn besten Metzgereien in Bayern. In München nahmen jetzt Seniorchef Horst, seine Frau Ulrike und Sohn Frank-Holger Schömig den Staatsehrenpreis von Ministerpräsident Markus Söder und Ernährungsministerin Michaela Kaniber entgegen. Schömig ist die heuer einzige ausgezeichnete Metzgerei aus Unterfranken. „Die Metzgerei hat den Preis bereits zum dritten Mal bekommen und bestätigt damit ihr handwerkliches Können und persönliche Leidenschaft für die Herstellung von hochwertigen Fleisch- und Wurstwaren“, gratulierte der Schweinfurter Landtagsabgeordnete Paul Knoblach von Bündnis 90/Die Grünen den Schömigs beim Zeremoniell auf Schloss Nymphenburg.
Den Familienbetrieb gibt es seit 1938. Er wird 1993 von Horst und Ulrike Schömig sowie ihrem Sohn Frank-Holger (seit 1999 als Meister) geführt. Sie beziehen ihre Schlachttiere aus der Region, Strohschweine aus dem nahen Baden-Württemberg und Rinder aus dem Würzburger Raum. Die Philosophie des Familienbetriebs, nie mit dem Lebensmitteleinzelhandel oder den Discountern in einen Preiskampf zu gehen, nennt der noch immer praktizierende Biolandwirt Knoblach den genau richtigen Weg. Die angebotene Qualität hat für einen treuen Kundenstamm gesorgt, der das Auskommen sichert.
Diese Anekdote erzählte Horst Schömig dem Abgeordneten in München: Seit einiger Zeit schon wird an der Ladentür in Würzburg darauf hingewiesen, dass der Betrieb wegen der anstehenden Ehrung einen Tag geschlossen bleibt. Während der Anreise meldete sich ein Kunde am Telefon: „Viel Glück heute in München und gute Reise“. Knoblach nennt das eine erfreuliche, wegen der dauerhaft guten Qualität der Schömig-Angebote aber auch nachvollziehbare Reaktion.
Der Staatsehrenpreis für das Metzgerhandwerk wurde zum elften Mal in Zusammenarbeit mit dem Landesinnungsverband für das bayerische Fleischerhandwerk verliehen. Die Preisträger des Staatsehrenpreises werden jedes Jahr in einem Wettbewerb ermittelt. Voraussetzung für die Teilnahme sind die Ergebnisse des sogenannten „Metzger-Cups“ der vergangenen fünf Jahre. Der Metzger-Cup stellt eine jährliche freiwillige Qualitätsprüfung dar. Dafür kann jeder Metzger im Freistaat ausgewählte Wurst- und Fleischwaren anmelden. Erfahrene Fleischermeister, Veterinäre und Fleischtechniker bewerten die Proben sensorisch und optisch. 2023 hatten sich 126 bayerische Betriebe für den Wettbewerb qualifiziert.
Knoblach war kürzlich im Sinn der Metzgereien mit einem Antrag im Landtag erfolgreich. Die Gebühren pro Tier in kleineren und handwerklich strukturierten Schlachtbetrieben waren bis zuletzt vergleichsweise deutlich höher als in großen Schlachthöfen. Dieser Wettbewerbsnachteil ist durch eine ab sofort gültige einheitliche Gebühr behoben. Den Ausgleich für die Großbetriebe zahlt der Freistaat, der dafür bis einschließlich 2025 insgesamt 7,5 Millionen Euro bereitgestellt hat.