Gesetzentwurf im Bundestag

Neue Hoffnung auf ICE-Halt in Schweinfurt

Knoblach begrüßt grünen Gesetzentwurf zum Bahnfernverkehr

Schweinfurt – Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat noch kurz vor den parlamentarischen Sommerferien einen Gesetzentwurf ins Parlament eingebracht, der verhindern soll, dass der ICE in Städten wie Bamberg gar nicht mehr hält, zweites Ziel ist eine Ausweitung des Fernverkehrsangebots der Bahn in Deutschland. Schweinfurt ist dabei eine der bundesweit 78 Städte, für die ein ICE-Halt gefordert wird, eine Forderung, die nicht neu ist. Zuletzt 2023 hatte sich der Schweinfurter Landtagsabgeordnete Paul Knoblach dafür öffentlich ins Zeug gelegt.

Im Schreiben an DB-Verantwortliche hatte der grüne Landtagsabgeordnete vor drei Jahren daran erinnert, was die Deutsche Bahn 2015 bei der Präsentation ihres Fernverkehrskonzepts angekündigt hatte: Schweinfurt soll bis spätestens 2028 einen IC Halt bekommen. Das sollte im Zuge des geplanten ICE-Ausbaus der Verbindung Bamberg-Würzburg-Stuttgart-Tübingen geschehen. Die Antwort der Bahn lautete zu Knoblachs Bedauern kurz zusammengefasst: Vorläufig nicht.

Jetzt also ein neuer Vorstoß seiner grünen Kollegen in Berlin, den der Bahnfahrer aus Garstadt vor allem wegen der Bedeutung von Schweinfurt als Industriestrandort und der geplanten KI-Giga-Factory auf dem Areal der früheren Conn Barracks begrüßt. „Im Gegensatz zu den gut ausgebauten Nord-Süd-Verbindungen sind die Ost-West-Beziehungen in Deutschland vernachlässigt“, argumentiert Knoblach heute wie damals für eine ICE-Anbindung von Schweinfurt auf der Achse Bamberg-Würzburg. Dass auch die Bundes-Grünen Schweinfurt beispielhaft als eine der bisher bahnmäßig vernachlässigten Städte nennen, ist für Knoblach Bestätigung seiner Meinung.

Zwischen den Metropolen fahren die Züge dicht getaktet, vieles dazwischen wird aber ausgedünnt oder gestrichen, sagen die Bundes-Grünen und halten mit ihrem Gesetzentwurf dagegen. Der Plan: Wo Züge sich rechnen, fahren die Bahn und andere Anbieter weiter wie bisher. Wo nicht, senkt der Bund für diese Strecke künftig die Gebühr fürs Gleis – und bestellt den Zug notfalls selbst, so wie die Länder das im Nahverkehr längst tun. Weiteres Argument: Es drängen neue Anbieter wie Flixtrain oder Italo auf den Markt. Dazu aber bedarf es Regeln, weil alle auf die Strecken schielen, die richtig Geld bringen. Folge: Die Fläche verliert und die Regionalzüge werden immer voller und unattraktiver.

Das zu drehen ist gar nicht teuer. Die von den Grünen sogenannte Fernverkehrsgarantie ist mit Kosten von maximal 400 Millionen Euro im Jahr veranschlagt, also überschaubar und nur ein kleiner Teil der Steuergeschenke für Flugbenzin und private Dienstwagen.

Knoblach abschließend: „Verschiedenste Bundesregierungen haben der Bahn Sparzwänge auferlegt. Dank der CSU-Verkehrsminister Ramsauer, Dobrindt und Scheuer ist die ehemals wichtigste Infrastruktur Deutschlands nur noch ein Scherbenhaufen. Dass überhaupt noch was funktioniert, ist einzig den engagierten Beschäftigten zu verdanken, mit dem Gesetzentwurf der Grünen kann das spät zumindest in Teilen wieder korrigiert werden.“

Details zur Initiative der Grünen Bundestagsfraktion finden Sie hier: Einfach erklärt Fernverkehr: Unser Gesetz bringt den Intercity zurück in deinen Bahnhof samt Karte und weiterführenden Links 

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