Zur Premiere seiner künftig regelmäßigen „Brennpunktgespräche“ hat der Schweinfurter Landtagsabgeordnete Paul Knoblach (Bündnis 90/Die Grünen) den „Naturland“-Präsidenten Eberhard Räder eingeladen. Der Bio-Landwirt und grüne Kreisrat aus dem Landkreis Rhön-Grabfeld hat den Vorsitz beim ökologischen Landbauverband Ende 2025 übernommen. Die beiden Öko-Landwirte wollen am Montag, 2. Februar, um 18 Uhr im alten Feuerwehrhaus in Schweinfurt-Oberndorf mit den Besuchern der offenen Veranstaltung über das umfassende Thema Bio diskutieren.
Im Supermarktregal sieht man nicht, was hinter einem Produkt wirklich steckt, wenn Bio draufsteht. Und oft entscheidet halt auch der Preis darüber, ob wir Bio kaufen oder nicht. Ist der Einkauf von Lebensmitteln aber eine Gewissensentscheidung? Ist Bio auf dem Acker und im Stall wirklich besser für die Natur? Und damit auch gesünder? Die Umweltpolitiker und Naturland-Akteure geben beim ersten Bürger-Dialog Antworten auf all diese und sicher weitere Fragen. Und sie werden noch unsichere Menschen davon zu überzeugen versuchen, dass der Kauf von Bio-Lebensmitteln die richtige Wahl ist. Trotz einiger Skandale und trotz der Kooperation mit den Discountern.
Nicht ausblenden wollen Räder und Knoblach aber auch die aktuelle Abkehr vom Klima- und Naturschutz in der EU, Bundes und bayerischen Staatsregierung. „Angesichts der fortschreitenden Klimakrise mit Trockenheit und Wasserknappheit gerade in Unterfranken ist das für mich nicht nachvollziehbar“, so der Biobauer aus Garstadt. Der Eintritt zum Brennpunktgespräch ist frei. Das alte Feuerwehrhaus ist Heimat des Bürger- und Kulturvereins Oberndorf, dessen Vorsitzende Marianne Prowald zum Auftakt ein Grußwort spricht.
Paul Knoblach hat bereits 1992 auf Bio umgestellt. Für die Grüne Landtagsfraktion sitzt er seit 2018 im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und fungiert seitdem auch als Sprecher für den Tierschutz. Im Öko-Verband Naturland wirkte der Biolandwirt ehrenamtlich viele Jahre im Vorstand mit, einige Jahre als Präsident.
Eberhard Räder baut in der Rhön auf zirka 350 Hektar Kleegras, Weizen, Dinkel, Sonnenblumen, Hirse, Körnermais, Raps, Hafer und Braugerste an. Die Gülle der 600 Mastschweine auf seinem Hof in Bastheim wird in einer Biogasanlage vergoren. Eine 250 kW-Anlage liefert den Strom für ein Nahwärmenetz.