„Der Online-Handel mit Tieren darf kein rechtsfreier Raum sein. Wer Tiere anonym im Netz verkauft, nimmt Tierleid, Betrug und überfüllte Tierheime billigend in Kauf“, erklärt der Schweinfurter Landtagsabgeordnete Paul Knoblach gerade jetzt zur Weihnachtszeit in einer Pressemitteilung. Die Staatsregierung fordert der Tierschutzsprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen dazu auf, „sich für schärfere Regeln einsetzen – mit Registrierungspflicht, Kennzeichnung, Kontrolle und konsequenten Strafen!“
Für seine Fraktion hat Knoblach eine Anfrage an die Staatsregierung hinsichtlich der Situation in Bayern gestellt. Der Online-Handel boomt, leider nicht nur zur Weihnachtszeit, so Knoblach. Das geschieht über Kleinanzeigen, soziale Netzwerke, aber auch ausländische Plattformen. Die Tiere werden dabei meist anonym angeboten und ohne seriöse Nachweise zur Herkunft verkauft. Zahlreiche Tiere stammen allerdings aus hygienisch schlechten Bedingungen, sind krank und werden zu jung abgegeben. Teils gehören sie sogar zu Wildtierarten. „Viele dieser Tiere landen nach kurzer Zeit dann aber in ohnehin überlasteten Tierheimen oder werden ausgesetzt“, berichtet Knoblach.
Zur unbefriedigenden Antwort der Staatsregierung erklärt der Sprecher für Tierschutz der Landtags-Grünen: „Die Staatsregierung kennt die Gefahren – weiß selbst aber nicht, wie groß das Problem ist. Das muss sich ändern!“. Knoblach fordert, die Daten der Kontrollbehörden zu sammeln und zu analysieren, um ein genaues Bild des Online-Tierhandels im Freistaat zu bekommen. „Dafür muss sich die CSU im Bund stark machen“. Einen Hebel habe sie bereits an der Hand, wenn sie sich für die vom Bundesrat geforderten Verschärfungen beim Online-Tierhandel einsetzt. „Lebewesen sollten nicht wie Spielzeug per Klick gehandelt werden“, so Knoblach abschließend.
Die Anfrage zum Plenum im Wortlaut können Sie hier Nachlesen: AzP MdL Knoblach – Online-Handel mit Tieren